Oskar Martin-Amorbach (1897-1987)

(nach dem Katalogtext von Harald Schulze)

 

Der Maler Oskar Martin, der später seinen Namen mit seinem Geburtsort ergänzt, ist im öffentlichen Raum Frankens und Bayerns immer noch sehr präsent. In vielen Kirchen, aber auch Rathäusern und öffentlichen Gebäuden finden sich großformatige Wandgemälde von ihm. Neben diesen Fresko-Arbeiten schafft Martin-Amorbach meistens Landschaftsgemälde, Porträts und Aktbilder in Öl, Tempera und Aquarell. Die Wirklichkeit wird naturgetreu abgebildet und wirkt farblich harmonisch und proportional ausgeglichen. Mit diesem Festhalten an den akademischen Traditionen liegt Martin-Amorbach auf der Linie der NS-Kunstpolitik. Die Auswahl der Bildthemen und die „völkische Staffage“ entsprechen ebenso der nationalsozialistischen Vorstellung eines „perfekten, arischen Menschen“ und der „makellosen deutschen Landschaft“. Dies erklärt den immensen Erfolg Martin-Amorbachs während der Zeit des Nationalsozialismus.

Zunächst erhält Martin-Amorbach eine Ausbildung zum Dekorationsmaler, was ihm die technischen Voraussetzungen für die Fresken- und Wandmalerei vermittelt. Nach Ende des Ersten Weltkrieges stellt er immer wieder im Münchner Glaspalast aus und ab 1919 studiert er an der Münchner Kunstakademie, wo er Meisterschüler von Franz von Stuck wird. Bei einer Italienreise kommt er in Kontakt mit der italienischen Freskomalerei im Renaissancestil, die er mit expressionistischen Stilmitteln anreichert. Auch beginnt er in dieser Zeit Madonnenbilder zu schaffen.

Während des NS-Regimes erntet der Maler aber hauptsächlich aufgrund seiner „Bauernmalerei“ Erfolge. Ab den späten 20er Jahren malt er vermehrt bäuerliche und ländliche Szenen, die eine idyllische Landschaft mit einer „völkischen“ Ideologie verbinden. Ein weiteres dominantes Sujet in seiner Malerei während des Dritten Reiches sind seine bäuerlichen Aktdarstellungen, bei denen er die völkische Bauernthematik mit der altmeisterlichen Aktmalerei nach Vorbild von Lucas Cranach verbindet.

Martin-Amorbach kann als Beispiel gelten, wie Künstler (die zuvor durchaus unpolitisch auftreten) das Kunstsystem der Nationalsozialisten nutzen und sich durch eine freiwillige Hinwendung auf bestimmte Themen und Gestaltungsmittel Erfolge sichern. So ist er auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen prominent vertreten und es sind Ankäufe durch Hitler belegt. [1] Aufgrund der Erfolge auf der GDK wird ihm, nach seinem Beitritt in die NSDAP, 1939 ein Professorentitel verliehen und 1941 erhält er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhält Martin-Amorbach weiterhin kirchliche und staatliche Aufträge, vor allem weil viele kriegszerstörte Wandgemälde in Gebäuden restauriert und ausgebessert werden müssen. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP verschweigt der Maler bis zu seinem Tod erfolgreich. [2]

 OSKAR MARTIN-AMORBACH: LANDSCHAFT (ROSSHOLZEN)    
  
 
  
    
  
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  © Martin Weiand

OSKAR MARTIN-AMORBACH: LANDSCHAFT (ROSSHOLZEN)

© Martin Weiand

 

[1] Laut www.gdk-research.de kaufte Hitler 4 Werke an; weitere wurden von verschiedenen Institutionen des Regimes erworben.

[2] Erst Berichte der Journalistin Manuela Göbel in der Main-Post am 15.4.2010 und 17.8.2010 machten Martin-Amorbachs Parteizugehörigkeit publik.