Foto © Magrit Jacobi, Quelle: Stadtarchiv Rosenheim, Hans Müller-Schnuttenbach, 1955, Sig.: F 369

Foto © Magrit Jacobi, Quelle: Stadtarchiv Rosenheim, Hans Müller-Schnuttenbach, 1955, Sig.: F 369

 

Hans Müller-Schnuttenbach (1889-1973)

(nach dem Katalogtext von Natascha Mazur)

 

Der bayerische Landschaftsmaler Hans Müller-Schnuttenbach ist vor und während des Nationalsozialismus einer der erfolgreichsten Künstler in München, jedoch gerät er nach 1945 nahezu in Vergessenheit.

Ab 1909 studiert er Gebrauchsgraphik an der Münchner Kunstgewerbeschule und bereits 1916 nimmt er an Kunstausstellungen im Glaspalast teil. Schon früh konzentriert er sich auf Landschaftsdarstellungen. Diesem Genre wird er zeit seines Lebens treu bleiben. Seine Werke sind allesamt als naturalistisch zu bezeichnen, nie löst er sich vom Motiv. Allerdings verbindet er immer wieder verschiedene Darstellungsmethoden: mal ist sein Pinselauftrag etwas impressionistischer, mal setzt er graphische Techniken wie Bleistift- und Kreidezeichnungen ein.

Ab 1925 ist er Mitglied der Künstlervereinigung „Die Frauenwörther“ und wenig später auch des Münchner Kunstvereins und der Münchner Künstlergenossenschaft. Durch seine Tätigkeit bei den Chiemgauer „Frauenwörther“ kommt er mit Rosenheim und der Umgebung rund um den Chiemsee in Berührung – diese Landschaften dominieren nun seine Werke.

Seine großen Erfolge im Nationalsozialismus lassen sich anhand zahlreicher Ausstellungsteilnahmen ablesen: Von 1937 bis 1944 ist er jährlich auf der Großen Deutschen Kunstausstellung vertreten und stellt insgesamt 57 Werke aus. Zudem erhält er im Jahr 1943 den ersten Leibl-Sperl-Preis des Rosenheimer Kunstvereins für sein Werk „Winter in Törwang“ (1943).

1944 wird seine Münchner Wohnung durch einen Luftangriff zerstört und er lebt in den nächsten Jahren bei verschiedenen Freunden im Landkreis Rosenheim. 1950 schließt Müller-Schnuttenbach mit der Stadt Rosenheim einen ungewöhnlichen Vertrag ab: Nach seinem Tod soll sein gesamter künstlerischer Nachlass an die Stadt Rosenheim gehen, im Gegenzug finanziert diese Müller-Schnuttenbach eine Unterkunft und Leibrente. 62 seiner Werke vermacht er bereits zu Lebzeiten der Stadt.

Dieser Vertrag sicherte Müller-Schnuttenbach bis zu seinem Lebensende ab und verhalf der Stadt Rosenheim und der Städtischen Galerie Rosenheim zu ihrer heutigen, mehr als 1.388 Werke umfassenden Sammlung von Werken des Künstlers. Das erklärt auch, warum der Maler immer noch fest im Gedächtnis der Stadt verankert ist. Allerdings wird bis jetzt im regionalen Umkreis seine erfolgreiche Vergangenheit im Nationalsozialismus wenig thematisiert. In der Literatur über den Maler wird die Zeit zwischen 1937 und 1945 meistens ausgespart.

 
 
HANS MÜLLER-SCHNUTTENBACH: WINTER IN TÖRWANG © Martin Weiand

HANS MÜLLER-SCHNUTTENBACH: WINTER IN TÖRWANG

© Martin Weiand

HANS MÜLLER-SCHNUTTENBACH: MAX-JOSEFS-PLATZ © Martin Weiand

HANS MÜLLER-SCHNUTTENBACH: MAX-JOSEFS-PLATZ

© Martin Weiand