Foto: F. Hanfstaengl / Stadtarchiv Rosenheim, Franz von Defregger, 1905, Sig. KBI 408 (Bisher keine Rückmeldung vom/von der Fotografen /-in, Bei Einwänden bitte e-Mail an: franziska.koschei@aol.com)

Foto: F. Hanfstaengl / Stadtarchiv Rosenheim, Franz von Defregger, 1905, Sig. KBI 408 (Bisher keine Rückmeldung vom/von der Fotografen /-in, Bei Einwänden bitte e-Mail an: franziska.koschei@aol.com)

 

Franz von Defregger (1835-1921)

 

Der Maler Franz Defregger (ab 1883 Ritter von Defregger) wird 1835 in Tirol geboren und studiert ab 1860 in Innsbruck Malerei und Bildhauerei. 1861 besteht er die Aufnahmeprüfung der Akademie der Bildenden Künste in München und studiert dort fortan Malerei, unterbrochen von einem Studienaufenthalt in Paris. In Frankreich bildet er sich selbstständig weiter aus, indem er Museen und Aktkurse besucht. 1864 kann er sogar im berühmten Pariser Salon ausstellen.

1865 kehrt er nach München zurück und wird Mitarbeiter im Atelier des bekannten Malers Theodor von Piloty. Defreggers Porträts und bäuerlichen Alltagsszenen werden rasch zum Publikumserfolg. Infolgedessen erhält er eine Professur an der Münchner Kunstakademie. Während der folgenden Jahren erwirbt er sich einen Ruf als renommierter Künstler in München und erhält zahlreiche Auszeichnungen.

Der Maler stirbt, angesehen und geschätzt, 1921 in München, also noch deutlich vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Warum ist er trotzdem in der Ausstellung vertreten, die ja das Thema „Kunst im Nationalsozialismus“ behandelt?

Zum einen befinden sich einige Werke von Franz von Defregger in der Sammlung Max Brams. Daher steht Defregger beispielhaft dafür, dass sich Bram für die traditionelle Malerei der Münchner Schule begeistert hat.

Andererseits nimmt die Städtische Galerie in Rosenheim während des Nationalsozialismus mit dem Ankauf von solch traditionalistischen Werken, wie denen von Defregger, eine explizit konservative, traditionelle Stellung ein. Die Werke Defreggers werden unter den Nationalsozialisten als Paradebeispiele einer „guten, deutschen Kunst“ gezeigt, die noch nicht verdorben ist durch die als schandhaft beschimpften Einflüsse der klassischen Moderne. Somit werden die Werke Defreggers nach seinem Tod im Sinne einer ideologischen Gesinnung instrumentalisiert.